Wir sind umgezogen! Neue Webseite: http://plastik.fokus-os.de

 

1000 Jutebeutel hat uns die Tanzschule Hull im November 2014 spendiert. Gemeinsam mit Tanz-Weltmeister Michael Hull haben wir die ersten Beutel, die mit einem von uns entworfenen Motiv bedruckt wurden, in der Innenstadt gegen Plastiktüten getauscht. Aus diesen wollen wir demnächst in Kooperation mit der Hochschule Osnabrück eine dauerhaft haltbare "Osnabrück-Tasche" machen. Hier geht es zu Medienberichten (bitte klicken).

 

 

UNSER KONZEPT:


ZIEL:

Wir wollen Osnabrück zur plastiktütenfreien Stadt machen1. Das bedeutet: Es sollen keine neuen Plastiktüten mehr verkauft bzw. herausgegeben werden. Alte Plastiktüten sollen entweder lange und effektiv genutzt oder kreativ verwendet (recycelt) werden, z.B. in Form von Taschen, Kleidung oder Kunstwerken.2Wir verlangen, dass für Einkäufe in Osnabrück Jute-Beutel, Körbe, Rucksäcke, Papiertüten oder - zumindest vorübergehend - alte Plastiktüten verwendet werden. Wir wollen, dass bis Ende 2015 ein Großteil an Plastiktüten aus Osnabrück verschwunden ist. Wir wollen, dass Osnabrück bis Ende 2017 plastiktütenfrei ist. Die Stadt Osnabrück könnte somit eine klimafreundliche Vorreiterrolle in Deutschland übernehmen. Als globales Vorbild gilt Ruanda. Dort sind Plastiktüten seit gut fünf Jahren nicht mehr erlaubt. Bei der Einreise in das afrikanische Land finden Gepäckkontrollen statt, bei denen Plastiktüten eingesammelt werden.3

 

 

BEGRÜNDUNG:

Plastiktüten schaden der Umwelt und langfristig der Gesundheit.4,5 Produkte aus Plastik enthalten oft sogenannte Weichmacher.6 Plastikmüll verrottet nicht, sondern zersetzt sich nur in kleine Teile. Diese sogenannten mikroplastischen Teile7 befinden sich in Gewässern und im Trinkwasser. Durch die Nahrungskette landet dieser Müll auch auf unserem Teller. Plastiktüten schwimmen (ebenso wie anderer Plastikmüll) mittlerweile als große Teppiche auf den Ozeanen. In ihnen verenden etliche Tiere. Die Produktion und Verwendung von Plastiktüten ist aufgrund von Alternativen schlichtweg überflüssig.

 

 

UNTERSTÜTZUNG:

Schirmherr von „Plastiktütenfreies Osnabrück“ ist Osnabrücks Oberbürgermeister Wolfgang Griesert. Hinzu kommen diverse Unterstützer und Partner (siehe "Unterstützer").

 

 

1 Das Umweltbundesamt hat kürzlich den „Dialog zu Einweg-Tragetaschen“ ausgerufen (http://www.umweltbundesamt.de/themen/dialog-zu-einweg-tragetaschen). Auf der UBA-Webseite heißt es: „Das Umweltbundesamt will mit Expertinnen und Experten aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft sowie Umwelt- und Verbraucherschutzverbänden diskutieren, wie sich die Situation in Deutschland darstellt und welche Maßnahmen am besten geeignet sind, um den Verbrauch von Einweg-Tragetaschen aus Kunststoff, aber auch aus Papier einzudämmen.“

2 Kreatives aus Plastiktüten zeigen u.a. diese Internetseiten: http://seicreativ.de/hakeln/garn-aus-plastiktueten-machen/, http://www.helpster.de/taschen-aus-plastiktueten-basteln-so-recyceln-sie-kreativ_59304

3 Bericht von tagesschau.de am 4. November 2013: http://www.tagesschau.de/ausland/ruanda156.html (Auch ARD-Weltspiegel vom 8.12.2014: http://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/weltspiegel/sendung/wdr/131208-weltspiegel-110.html

4 Große Plastikteile, die in den Weltmeeren schwimmen, sind für den Tod von unzähligen Vögeln und Wassertieren verantwortlich. Aber sie enthalten noch ein anderes großes Problem: Mikroplastik. Mikroplastik entsteht, wenn die großen Plastikteile nach langer Zeit zerfallen. In jedem Fisch und in jeder Auster aus dem Meer finden sich mehr oder weniger viele Mikroplastikteilchen, die einer Größe im Mikrometer- bis zum Nanometerbereich entsprechen.

5 Der Wissenschaftler Frederick vom Saal von der University of Missouri-Columbia, eine Studie der Harvard School of Public Health sowie die Umweltschutzorganisation Plasticontrol stellten fest, dass Plastik auch Bisphenol A (BPA) enthält, das unter anderem Unfruchtbarkeit, Diabetes, Fettleibigkeit und Schädigungen des zentralen Nervensystems auslöst.

6 Ein Vergleich von Dr. Holger Koch, Lebensmittelchemiker am Institut für Präventionen und Arbeitsmedizin der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherungen an der Ruhr-Universität-Bochum, hat ergeben, dass 200 von 600 Weichmachern als gesundheitlich besonders bedenklich gelten. Diese Chemikalien machen Plastik weicher, flexibler, geschmeidiger. Diese Stoffe kommen nicht nur in Plastiktüten vor, sondern auch in Verpackungen unserer Lebensmittel. Phthalate, giftige Chemikalien, die sich in Kosmetika und Verpackungen befinden können, haben eine hormonähnliche Wirkung, können zu Unfruchtbarkeit führen, Asthma und Allergien auslösen und Unkonzentriertheit fördern.

7 Mikroplastik wird von der Industrie u.a. in Zahnpasta und Shampoos eingesetzt.